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„Baumpflanzung auf Schulhöfen in Ghana“ - Ein Beispiel für eine Schukooperation zwischen Deutschland und Ghana
Die erschreckend schnell fortschreitende Zerstörung tropischer Regenwälder ist heute eines der größten globalen Probleme. So hat Westafrika z. B. durch Rodung bis jetzt schon über drei Viertel seiner ursprünglichen Wälder verloren. Außerdem drang die Sahara im letzten Jahrzehnt durchschnittlich um 2,5 km pro Jahr nach Süden vor.

Die Konsequenzen der zunehmenden Rodung des Regenwaldes machen sich bemerkbar: Noch bis vor der Jahrhundertwende war Ghana zu zwei Dritteln mit Regenwald bedeckt. In nur 40 Jahren schrumpfte die Waldfläche durch Abholzung von 8 auf 1,6 Mio. ha. Ohne den Wald verändern sich die Regenzeiten und Regenfälle, die Vegetation verschwindet und die Bodenerosion nimmt zu. Trotz dieser alarmierenden Folgen werden bedenkenlos auch die restlichen Waldbestände genutzt. Laut Forstbehörde werden die ganzen Waldbestände Ghanas in etwa 20 Jahren verschwunden sein, falls Aufforstungsaktivitäten nicht intensiviert werden. Für die ghanaischen Schulkinder hatte die Rodung auch unmittelbare Folgen: Früher wurde bei großer Hitze der Unterricht im Freien unter großen Schattenbäumen abgehalten. Heute sind die Schulhöfe baum- und schattenfreie, erosionsgefährdete Staubplätze. Die Temperaturen im Inneren der Schulen sind unerträglich hoch. Damit ist das unkontrollierte Abholzen zu einem der dringendsten Probleme im Lande geworden. Wiederaufforstung ist dringend notwendig, will man den Kindern und dem Land eine gesicherte Zukunft geben.

Ein Umdenken in der Bevölkerung ist unumgänglich, jedoch ist es schwierig, die älteren Generationen, die noch mit dem Wald aufgewachsen sind, den neuen Umgang mit der knappen Ressource Wald beizubringen. Der Ansatz für ein erfolgversprechendes Umdenken liegt daher vor allem bei den Schulkindern. Denn während die Schüler früher unter Bäumen gelernt haben, gibt es heute zwar viele Schulen, aber keine Bäume mehr auf den Schulhöfen.

Deshalb initiierte Dr. Essiamah im Jahre 1995 das Projekt „Baumpflanzung auf Schulhöfen in Ghana“ bei dem vor allem durch deutsch-ghanaische Schulpartnerschaften die Bepflanzung von Schulgeländen und Schulhöfen umgesetzt werden soll. Die zugrunde-liegende Idee besteht darin, dass Schüler die Pflanzen und Pflegen der Bäume erlernen sollen um dabei ein Gefühl für die Bedeutung des Regenwaldes entwickeln. Auf diesem Wege soll auch die Bevölkerung zu einer anderen Einstellung zum Wald gebracht werden.
Ein wichtiges Ziel ist es, die Kinder in Ghana auf die Problematik der Regenwaldzerstörung aufmerksam zu machen und sie zu einem bewussten, wirtschaftlichen Umgang mit dem einheimischen Wald anzuregen.

Das Projekt begann im Jahre 1995 mit 4 Grundschulen in Ghana. Zielgruppen in Ghana sind deshalb Schulkinder im Alter von 6 bis 16 Jahren sowie Lehrer und Lehrerinnen in Zusammen-arbeit mit dem Verein Jugend und Umwelt e.V. in Ghana.
Je nach Schulhofgröße pflanzen und betreuen die Kinder ca. 300 - 400 gestiftete Setzlinge unter Aufsicht der Lehrerkräfte Mittlerweile pflanzen und betreuen 66 Grundschulen die gestifteten Setzlinge auf ihren Schulgeländen. Erste Erfolge sind bereits zu beobachten: Die zu Beginn des Projekts gepflanzte Schattenbäume erreichen bereits eine Höhe von 2 m und mehr.
Da über 70% des Energiebedarfs in Ghana durch Brennholz gedeckt wird, ist die Bereitstellung alternativer Energiequellen unerlässlich, um den langfristigen Erfolg von Wiederaufforstungen sicherzustellen. Um Abholzungen in Dorfnähe zu verhindern, wird seit 1997 durch ein weiteres Projekt die Einführung von Solarkochern und –Lampen in den Schulen fördert. Den Kindern wird die Sonne als alternativer Energieträger erklärt.

Aufgrund des beispielhaften Einsatzes gewann im Jahr 1988 eine der Gründerschulen, die sich von Anfang an dem Projekt beteiligte, den 1. Platz des Wiederaufforstungsprogramms der Regierung Ghanas.

Das Projekt ist in Deutschland durch Veranstaltungen, Berichte in Zeitschriften und Zeitungen sowie durch Werbung um Schulpartnerschaften bekannt geworden. Sieben Partnerschulen sind bereits für ghanaische Schulen und für das Projekt „Bäume für Ghana“ gewonnen worden, sowie drei Schulen, die eine längerfristige Zusammenarbeit anstreben. Das Zusammenkommen einer solchen Schulpartnerschaft hängt vor allem von der Bereitschaft der Lehrer ab, ein solches Projekt zu unterstützen. Es muss einen Lehrer oder Lehrerin in der Schule geben, der das ganze koordiniert und in der Hand nimmt. Sobald sich einmal ein Lehrer dazu erklärt hat, die Verantwortung für das Projekt zu übernehmen, läuft alles reibungslos.

Rund 9000 Grundschulen in Ghana warten darauf, an dem Projekt mitzuarbeiten.

Außer Schulpartnerschaften wurden die ersten Waldpatenschaften für ganze Schulhöfe in Ghana von Institutionen wie Kirchengemeinden, Dritte Weltladen bereits übernommen. Am Standort eines Patenwaldes wird eine Tafel mit dem Name des Spenders aufgestellt, z.B. „Dettinger Forest Project“

Mit Unterstützung von Bingo Lotto Niedersachsen wurde Anfang 2002 ein Grundstück von 10 ha Größe in Ochiso (Ghana) erworben, um eine Baumschule zu errichten. In der Baumschule sollen Sämlingen für die Aufforstungen auf Schulhöfen und darüber hinaus auch für die Aufforstungsprogramme der Regierung gezüchtet werden da laut Regierungserklärung riesige Brachflächen aufgeforstet werden sollen. Neben der Züchtung von Sämlingen sollen auf dem oben genannten Grundstück ein Showgarten (Botanischer Garten), ein Kräutergarten mit traditionellen Heilpflanzen sowie ein Volkswald eingerichtet werden. Im Volkswald (People’s forest) soll jeder (sowohl einheimisch als auch Ausländer) Spende für einen Baum mit seinem bzw. ihren Namen pflanzen lassen. Das Grundstück wurde am 11.12.2002 offiziell eingeweiht. Der Verein wird die Umwelterziehung in Schulen mit Entwicklung dieses Teilprojekts verbinden (Umweltbildungszentrum).

Oktober 2003 wurden 4 Studenten mit Unterstützung von der Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) für 3 Monate in Ghana geschickt, um bei der Gestaltung der Baumschule und Umwelterziehung in den Projektschulen mitzuarbeiten. Zwei weitere Studenten werden Anfang Oktober 2003 folgen.

Der seit September 2000 eingetragene gemeinnützige Verein „Schulwälder für Westafrika e.V.“ in Göttingen (Früher Arbeitskreis „Regenwald in Afrika“) mit Schwerpunkt Ghana und der Verein in Ghana "Youth and Environment Club" (Jugend und Umwelt-Verein) betreuen das Projekt.

Das Projekt „Einrichtung von Schulwäldern in Ghana“ finanziert sich aus Spenden und dem Verkauf von in Ghana gefertigten Artikeln, wie handgewebte Krawatten, Schals, Lesezeichen, Umweltpostkarten und dergleichen mehr.

Weitere Information:
SCHULWÄLDER FÜR WESTAFRIKA e.V., Dr. Sam Essiamah, Brauweg 53, 37073 Göttingen,
Tel: +49 551 71796, Fax: + 49 551 393543, E-Mail: essiamah@yahoo.co.uk
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